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  • karin147

Elternforum “Montessori zu Hause”


Wie können wir Montessori zu Hause leben? Was bedeutet es in der Erziehung, für unser Miteinander, und was braucht es dafür von uns Eltern und unseren Kindern? Das waren Fragestellungen, zu denen gut 25 TeilnehmerInnen beim Elternforum Mitte April Inspiration suchten.


Die zehn heiß ersehnten Tipps und Tricks für Montessori zu Hause gab es an diesem Abend zwar nicht. Dafür entstand ein reger Austausch unter den TeilnehmerInnen, die sich mit einem Reichtum an Perspektiven begegneten: von der Mutter mit 23 Jahren geballter Montessori-Erfahrung, ehemaligen Montessori-Kindern, Montessori-Pädagoginnen und Quereinsteigern aus anderen Montessori-Schulen.


Montessori: Eine Pädagogik des spezifischen Ortes

“Es gibt keine zwei gleichen Montessori-Schulen. Genauso wenig gibt es DIE Montessori-Anleitung für zu Hause”, erklärt Schulleiter Ronny Haselow. “Montessori ist eine Pädagogik des spezifischen Ortes.”


Was bedeutet das für Montessori zu Hause? An diesem Abend näherten sich die TeilnehmerInnen durch eine Beschreibung an, die Ronny aus dem Buch “Montessori für die ganze Familie” von Tim Seldin und Lorna McGrath (DK Verlag) mitbrachte:


“Montessori ist eine Methode, eine Kultur zu schaffen, in der Menschen unterschiedlichen Alters friedlich und einander unterstützend kooperieren. Sie lehrt, Kindern zuzuhören, unsere Gedanken zu überprüfen und im Umgang mit unseren Kindern konsequent zu sein. Sie schafft eine Kultur der Freundlichkeit, der Wärme, des gegenseitigen Respekts und des gemeinsamen Einhaltens von Verhaltensweisen im täglichen Leben.”


Auch Montessori ist ein Prozess

So sehr dieses Zielbild inspiriert und Sehnsüchte weckt, so macht es auch bewusst, wie weit wir manchmal davon entfernt zu sein scheinen. Alles eine Frage der Perspektive, meint Ronny und ermuntert die TeilnehmerInnen:

Ronny Haselow beim Elternforum "Montessori zuhause"

“Mutig, mutig seid ihr! Ihr habt euch auf den Weg gemacht, weil ihr euch eine andere Erziehung und Bildung für eure Kinder wünscht. Richtet euren Fokus darauf, was ihr schon gemeinsam erreicht habt!”


Denn wie alles im Leben ist auch Montessori ein Prozess, in dem es vorangeht, mal stagniert, und es manchmal auch Rückschritte gibt. Vor 30 Jahren haben engagierte Eltern diese Schule gegründet mit der Vision, die Gesellschaft zu verändern. Heute sind wir alle ein wertvoller Teil davon.


"Bleibt neugierig! Überlegt, was es jetzt für eure Kinder braucht, damit sie in der heutigen Zeit einen nährenden Boden für ihre Entwicklung vorfinden? Begegnet euren Kindern wahrhaftig und auf Augenhöhe. Denn Montessori ist vor allem eins: Beziehungsarbeit."


Montessori zu Hause: ein Annäherungsversuch

Ein paar konkrete Anstöße zum Reflektieren und Neujustieren gab es am Ende dann doch: darunter einige Prinzipien, für die wir als Montessori-Gemeinschaft stehen wollen.


Welche Montessori-Prinzipien gelten?

  • Konsequent sein

  • Respektvoll sprechen

  • Einzigartigkeit wertschätzen

  • Sinn für Ordnung fördern

  • Ermutigen statt loben

  • Eigenmotivation anregen

  • Freiheit in Grenzen geben

  • Lebenslanges Lernen fördern

  • Eigenständigkeit fördern

  • Anmut und Manieren

  • Verantwortung zeigen


Obwohl die meisten dieser Prinzipien bekannt schienen, lösten sie dennoch rege Diskussionen aus:


  • Was bedeutet es denn, in einer Zeit voller Veränderung konsequent zu sein?

  • Wie regt man Eigenmotivation an, ohne Druck auszuüben - besonders, wenn die Interessen heranwachsender Kinder gerade weit weg vom Lernstoff liegen?

  • Was tun, wenn zwischen meinem Sinn für Ordnung und dem meines Kindes Welten liegen und das eigene Zuhause in eine Wohngemeinschaft abzudriften droht?


Auch hier gab es viele Perspektiven und mehr Fragen als Antworten. Als Versuch der Annäherung lud Ronny die TeilnehmerInnen ein, sich über die eigenen Werte Gedanken zu machen:


Für welche Familienwerte stehen wir?

  • Was wollen wir fördern? Was soll sich entwickeln?

  • Wie gehen wir mit Unterschieden und Geschlechterrollen um?

  • Wie reden wir miteinander?

  • Wie klären wir Konflikte?

  • Wie gehen wir mit Fehlern um?

  • Welche Familienkultur wollen wir fördern?

  • Wie sorgen wir für emotionale Geborgenheit?

  • Welche Routinen und Traditionen gibt es bei uns?

  • Welche Erwartungen haben wir und wie sprechen wir sie aus?

  • Pflegen wir eine Erziehungspartnerschaft? Mit wem?

  • Wie gehen wir mit Schlüsselsituationen um, z.B. essen, einschlafen, Pflege, Garderobe, spielen?


Zum Abschluss noch das Plädoyer, immer wieder zu sich selbst zurückzukehren, sich in Frage zu stellen und den Wunsch zu haben, an sich zu arbeiten.


  • Welche Denkmuster habt ihr?

  • Könnt ihr die Welt in Kinderaugen sehen, z.B. vorbereitete Umgebung, staunen?

  • Seid ihr präsent?

  • Könnt ihr Disziplin neu denken?

  • Wie könnt ihr Konflikte minimieren?

  • Wie lehrt ihr Eigenständigkeit?

  • Wie nehmt ihr euch selbst zurück?

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