Erfolgreich anders

Worin wir uns als Montessori-Schule Niederseeon von anderen Schulen unterscheiden empfindet jeder sofort, der unsere Schule gesehen hat. Innmitten eines großen Außengeländes liegt unsere Schule in einer idyllischen Landschaft und schon allein durch ihre Lage vermittelt sich, dass unsere Schule nicht nur Lern- sondern auch Lebensraum ist.

 

Die Äußerlichkeiten, die es den Kindern leicht machen hier gerne zur Schule zu gehen, sind aber nicht allein ein Unterscheidungsmerkmal, das unsere Schule in der Region einzigartig macht. Es ist der ganzheitliche Gedanke in der Pädagogik von Maria Montessori, die bei uns umgesetzt wird. Maria Montessori sieht das Kind als „Baumeister seiner selbst“, das als eigenständige Persönlichkeit angenommen und nach seinen individuellen Fähigkeiten von den Pädagogen begleitet wird.

 

Teamfähigkeit und soziale Kompetenz durch Altersmischung

Dass Kinder nur einer Jahrgangsstufe in einer Gruppe zusammen lernen sollen, ist eine Erfindung der Schule. Das Zusammenleben von Menschen unterschiedlichen Alters ist die natürlichste Form der menschlichen Gemeinschaft, wie zum Beispiel die Familie. Dieser Logik folgen wir und realisieren die Altersmischung durchgängig in allen Jahrgangsstufen.

 

Auf diese Weise lernen die jüngeren von den älteren Kindern und diese verfestigen ihr Wissen durch die Wiederholung des bereits Gelernten. Dadurch findet ein Lernprozess auf beiden Seiten statt. Gleichzeitig wird durch die Heterogenität ganz besonders die Sozialkompetenz und die Teamfähigkeit gestärkt.

 

In altersgemischten Gruppen lassen sich jüngere Kinder von den älteren inspirieren und die älteren Kinder entwickeln ein besonderes Talent im Erklären von Sachverhalten. 

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Begreifen durch das Montessori-Material 

Ein besonderes Merkmal der Montessori-Pädagogik, das relevant ist für die Unterscheidung zum herkömmlichen Lernen, ist die Arbeit mit dem Montessori-Material, das dem Kind die Selbstbildung und Selbsterziehung ermöglicht.

So kommen die Materialien für die Übungen des praktischen Lebens und der Sinne, für Mathematik, Sprache und kosmische Erziehung den jeweiligen Entwicklungsbedürfnissen des Kindes entgegen, z.B. dem Bedürfnis nach Bewegung und nach selbstständiger Aktivität, nach sinnlichen Erfahrungen und nach Abstraktion. Jedes Kind wählt das Material selbständig aus, das seinem aktuellen Entwicklungsstand entspricht und mit dem es nach eigenem Interesse arbeiten möchte.  

Die Montessori-Pädagogik basiert auf der Verbindung von geistigem Wachstum und praktischer Tätigkeit. Es wird „Vom Greifen zum Begreifen“ vorgegangen, vom Konkreten zum Abstrakten. Der so angestrengte Lernprozess ist nachhaltig, denn wenn Wissen in seinen unterschiedlichen Formen im Langzeitgedächtnis verankert ist, steht dem Kind und Jugendlichen dieses Wissen bei der Bewältigung von unterschiedlichen Herausforderungen im Alltag verlässlich zur Verfügung. 

 

Freiarbeit und lernen im eigenen Tempo

 

„Freiheit bedeutet nicht, dass man tut, was man will.“

-Maria Montessori-

Ein echter Lernerfolg ist nur dann von Dauer und von bildender Wirkung, wenn das Kind durch aktives Handeln und gemäß seinen sensiblen Phasen die Lerninhalte, das Lerntempo und das Lernverfahren selbst bestimmen kann. Die Art und Weise, in der diese unkonventionelle Form des selbstkontrollierten Lernens verwirklicht wird, ist die Freiarbeit. Die Freiarbeit ist das Kernstück in der Montessori-Pädagogik.

 

Sie bietet vor allem die Möglichkeit, dass Kinder und Jugendliche ihr individuelles Lerntempo selbst bestimmen können. Freiarbeit bedeutet Freiheit, die wiederum aber nicht Bindungslosigkeit und Beliebigkeit bedeutet. Der Weg in die Freiheit muss behutsam von den Pädagogen begleitet werden. 

Damit die Ziele der Freiarbeit erreicht werden können, gestalten und pflegen unsere Pädagoginnen und Pädagogen die vorbereitete Umgebung und sorgen für eine ruhige und entspannte Arbeitsatmosphäre.

 
 

Informationen zum Entwicklungs- und Lernprozess statt Zensuren 

Zeugnisse mit Noten gibt es nicht, stattdessen erfahren Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern eine ausführliche Rückmeldung zum individuellen Entwicklungs- und Lernprozess, kurz IzEL genannt.

 

In dieser Dokumentation sind Beobachtungen zur Persönlichkeitsentwicklung, zum Sozial- und Arbeitsverhalten und zum Lernfortschritt festgehalten. Sie sind sowohl in Form von pädagogischen Wortgutachten als auch in einer kategorisierten Dokumentationsform abgefasst.

 

Grundlage hierfür ist die genaue Beobachtung des individuellen Lernprozesses durch den Pädagogen und die feste Überzeugung, dass Leistungsmessung individuell erfolgen und deshalb auch mehr als nur „Zensuren“ umfassen muss. Zunächst schätzen sich die Schüler und Schülerinnen selbst ein.

 

Nachdem auch die Pädagogen ihre Einschätzung vorgenommen haben, findet ein Gespräch zwischen Pädagogen und Schüler statt, um sich auf eine gemeinsame Einschätzung zu einigen.

 

Wenn Du Lust hast uns kennenzulernen, ruf uns an oder schreib uns eine Nachricht. 

Maria Montessori

 

„Hilf mir, es selbst zu tun.“

-Maria Montessori-

Maria Montessori wurde am 31. August 1870 in dem kleinen Ort Chiaravalle in der Nähe von Ancona in Italien geboren. Sie starb am 6. Mai 1952 fast 82-jährig in Noordwijk aan Zee in den Niederlanden.

 

Sie setzte es nach zähem Ringen durch, als erste Frau Italiens zum Medizinstudium zugelassen zu werden und war 1896 nach ihrer Promotion die erste Ärztin Italiens. Bereits vier Jahre später wurde ihr die Leitung einer Modellschule zur Ausbildung von Lehrern von Menschen mit Behinderung übertragen.

Während ihrer Arbeit an diesem medizinisch-pädagogischen Institut entwickelte Maria Montessori ihre Erziehungsmethode zur Unterrichtung von Kindern mit geistiger Behinderung. Dabei griff sie vor allem auf Schriften von Itard und Séguins zurück, zweier französischer Ärzte, die sich zwischen 1775 und 1880 diesem Thema gewidmet hatten.

1902 begann Maria Montessori ihr Pädagogikstudium. In den folgenden Jahren schuf sie ihr pädagogisches System der „Selbsterziehung des Kindes“ in einer didaktisch „vorbereiteten Umgebung“.

1907 eröffnete in Rom ihr erstes „Casa dei Bambini“ (Kinderhaus), wo sie bei der Erziehung verwahrloster Kinder verblüffende Erfolge erzielte.

Ab dieser Zeit widmete Maria Montessori sich für den Rest ihres Lebens fast ausschließlich der weltweiten Verbreitung und Weiterentwicklung ihrer Methode. Die Jahre des 2. Weltkrieges verbrachte Maria Montessori weitgehend in Indien, was ihre Arbeit nochmals grundlegend beeinflusste. In dieser Zeit erlitt die deutsche Montessori-Bewegung einen erheblichen Rückschlag. Trotzdem setzte Maria Montessori unbeirrbar ihren Kampf für das Kind, den „vergessenen Bürger“, und eine friedvolle Welt bis zu ihrem Lebensende fort.

Den entscheidenden Anstoß zu ihrem Werk verdankt Maria Montessori nach ihren Worten der Beobachtung des Phänomens der „Polarisation der Aufmerksamkeit“. Darunter versteht sie die momentane tiefste Konzentration des Kindes auf einen Interessenspunkt, in der wirkliches Lernen stattfindet. Aus dieser Beobachtung entwickelt sie ihre Erziehungslehre, die sie in zwei Prinzipien zusammenfasst: das Prinzip der „Freiheit des Kindes“ und das Prinzip der „Organisation der Arbeit“. Mit dem unablässigen Bemühen um die Durchführung des ersten Grundsatzes wird sie zur warmherzigsten Befürworterin des Gedankens, der seit Rousseau Eingang in die Pädagogik gefunden hat: dem Kind sein Recht auf Eigenleben zuzugestehen. Sie vollzieht damit jene „eigentümliche Umdrehung“ der Perspektive von allen objektiven Zielsetzungen der Erziehung weg auf das Wachsen und Werden des jungen Menschen.

Literatur:

„Maria Montessori, Grundlagen meiner Pädagogik“

(Quelle & Meyer 1965/2011)